Cansano Care

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Cansano Care

Medizinisches Cannabis ist nach deutschem Recht ein Betäubungsmittel (BTM). Seit 2017 ist Cannabis als verkehrsfähiges Betäubungsmittel eingestuft und unterliegt der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung. Das bedeutet, Ärzte können seither die Pflanze und Pflanzenteile wie Blüten, aber auch Extrakte, legal auf Betäubungsmittelrezepten verschreiben.

Bei der Verschreibung von Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelrecht fallen, sind laut Gesetz spezielle Vorgaben zu beachten. Im Weiteren erklären wir Ihnen die Besonderheiten und gehen im Detail auf die Anforderungen, den Verschreibungsprozess, sowie die Gültigkeit von BTM-Rezepten ein.

Das Betäubungsmittelrezept:

Wie sieht ein BTM-Rezept aus und was ist die Besonderheit bei BTM-Verschreibungen?

Die BTM-Verordnung ist ein spezielles Rezeptformular, die sich in ihrem Aufbau von einem regulären Kassenrezept (rosa Formular) oder Privatrezept (oft ein blaues oder weißes Formular) unterscheidet.

Betäubungsmittelverschreibungen haben striktere Dokumentationsanforderungen als normale Rezepte. Aus diesem Grund besteht ein BTM-Rezept aus drei Teilen: Das oberste (gelbe) Rezeptblatt dient der Apotheke zur Abrechnung mit der Krankenkasse. Die zwei weiteren Teile (Durchschläge) sind jeweils für den verschreibenden Arzt und die beliefernde Apotheke bestimmt und dienen der BTM-Dokumentation. Arzt und Apotheker müssen die Durchschläge unter anderem für stichprobenartige BTM-Kontrollen drei Jahre lang aufbewahren.

Das 3-teilige BtM-Rezept:

  • Teil II – Oberstes Blatt: verbleibt in der Apotheke zur Verrechnung*
  • Teil I – Mittleres Blatt: verbleibt in der Apotheke
  • Teil III – Unterstes Blatt: verbleibt beim verschreibenden Arzt

 

*Privatzahler erhalten diesen Teil als Beleg zur privaten Verrechnung


Als Patient erhalten Sie von Ihrem Arzt die Teile I und II. Der Arzt behält seinen Durchschlag (Teil III) für seine Unterlagen. Das nun zweiteilige BTM-Rezept legen Sie dann in unserer Apotheke vor, um Ihre Medikamente zu erhalten. Bei MyCannabis können Sie Ihre Medikamente auch online bestellen und nach Hause liefern lassen. Dazu schicken Sie uns das BTM-Rezept per Post. Mehr Informationen zum Ablauf finden Sie hier.

Welche Angaben gehören auf ein BTM-Rezept?

Die BTM-Verschreibungsverordnung (BtMVV) verlangt gewisse Angaben zum Patienten, zum Arzt sowie zur Anwendung und Dosierung des verschriebenen BTMs. Das BTM-Rezept muss alle Vorgaben aus der Verordnung erfüllen, ansonsten darf die Apotheke es nicht beliefern. 

 

Folgende Angaben gehören auf ein Betäubungsmittelrezept:

1. Name, Vorname, Geburtstdatum und Anschrift des Patienten, für den das Betäubungsmittel bestimmt ist; Angabe der gesetzlichen Krankenkasse (bei Kostenübernahme durch die Kasse)

2. Ausstellungsdatum des BTM-Rezepts

Das Rezept ist ab diesem Datum für 7 Tage gültig und eine Belieferung kann nur erfolgen, wenn es innerhalb dieser einwöchigen Frist in der Apotheke eingeht.

3. Menge des verschriebenen Arzneimittels in Gramm oder Milliliter (bzw. Stückzahl bei abgeteilter Form)

4. Arzneimittelbezeichnung inklusive Details zur Gewichtsmenge, Gehalt sowie Darreichungsform, ggf. Informationen zur abgeteilten Zubereitung (z.B. Abteilung in Einzeldosen)

Bsp.: „420 Natural 22/1 CA GG4, 10 g, Blüten unzerkleinert”

Bei Cannabisblüten ist die spezifische Angabe der Sorte notwendig, da verschiedene Sorten sich in Ihrem Tetrahydrocannabinol-(THC)- und Cannabidiol- (CBD)-Gehalt unterscheiden können. Eine reine Wirkstoffverordnung (z.B. THC 22%, 10 g) ist nicht möglich.

5. Angaben zur Dosierung: Angabe der Einzel- und Tagesdosis + Gebrauchsanweisung (z.B. 3x täglich 0,1 g zur Verdampfung und Inhalation)

Hat der Patient vom Arzt eine separate Gebrauchsanweisung erhalten, kann der Arzt dieses mit „Dosierung gemäß schriftlicher ärztlicher Anweisung“ auf dem Rezept dokumentieren. Die Anweisung muss der Patient dann in der Apotheke vorlegen, da diese verpflichtet ist, die Angabe auf Plausibilität zu prüfen. Die genaue Dosierung wird  für die Kennzeichnung der Primärverpackung benötigt. Vorher darf die Apotheke das BTM nicht abfüllen oder herstellen.

btm rezept gültigkeit

6. Weitere Angaben: Kennzeichnung „A“

Bei Überschreitung der BTM-Höchstverschreibungsmenge innerhalb von 30 Tagen (ab Ausstellungsdatum) muss die „A“-Kennzeichnung durch den verschreibenden Arzt erfolgen:

Höchstmenge für Cannabisblüten: 100 Gramm

Höchstmenge für Cannabis-Extrakt, -Kapseln: 1000 Milligramm

7. Name des verschreibenden Arztes, Berufsbezeichnung und Anschrift einschließlich Telefonnummer (bei einer Gemeinschaftspraxis mit mehreren Ärzten, muss der Name des verschreibenden Arztes unterstrichen werden, damit dieser klar erkennbar ist)

8. Betriebsstättennummer (BSNR) und lebenslange Arztnummer (LANR)

9. Unterschrift des verschreibenden Arztes (Bei Vertretungsärzten zusätzlich der Hinweis i.V.” sowie der Arztname in Druckbuchstaben)

Das Bundesministerium für Arzneimittel (BfArM) gibt BTM-Rezeptvordrucke an verschreibende Ärzte heraus. Jeder Rezeptvordruck hat eine einmalige, neunstellige Seriennummer. Dies dient der Rückverfolgbarkeit der herausgegebenen Rezepte sowie ihrer Nachverfolgung. Nicht nur bei Rezepten, die zur Verrechnung an die gesetzlichen Krankenkasse gehen, sondern auch bei BTM-Rezepten, die der Patient privat abrechnet oder selbst bezahlt muss der Arzt einen dieser Rezeptvordrucke verwenden,, um eine lückenlose Dokumentation zu gewährleisten.

Was ist beim Ausfüllen eines BTM-Rezepts zu beachten und was passiert, wenn die Angaben nicht vollständig sind?

Der verschreibende Arzt füllt das BTM-Rezept nach den gesetzlichen Vorgaben aus. Im seltenen Fall, dass die Angaben auf dem Rezept nicht vollständig sind und dieses in der Apotheke auffällt, kann die Apotheke fehlende oder fehlerhafte Patientenangaben (z.B. Name, Vorname oder Anschrift) nach glaubhaftem Beleg des Patienten ergänzen. Alle anderen Änderungen (z.B. erkennbare Irrtümer, unleserliche Vermerke, oder Angaben, die nicht den Vorschriften der BtMVV entsprechen) sind nur in Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt zu ergänzen oder zu ändern.

Sollten Änderungen notwendig sein, müssen diese auf allen drei Teilen des BTM-Rezepts erfolgen, damit die gesetzlich vorgeschriebene BTM-Dokumentation beim Arzt und in der Apotheke übereinstimmt.

Handelt es sich um andere Gründe, wie zum Beispiel eine fehlende Unterschrift des Arztes, muss das Rezept an den Arzt zurückgehen damit dieser das Rezept ergänzen, ändern oder neu austellen kann.

Sollte die Gültigkeit des Rezeptes durch den zeitlichen Verzug bei der Änderung eines BTM-Rezeptes ablaufen, kann man den Arzt bitten, im Austausch gegen das abgelaufene Rezept, eine neue Verschreibung auszustellen.

Wie lange ist ein BTM-Rezept gültig?

BTM-Rezepte sind 7 Tage gültig. Die Gültigkeit beginnt mit dem Ausstellungsdatum der Verschreibung. Das bedeutet, wenn der Arzt das BTM-Rezept beispielsweise am Mittwoch, den 01. Februar ausstellt, ist dieses bis zum darauffolgenden Mittwoch, dem 8. Februar gültig. Nach dem Ablauf der einwöchigen Frist darf die Apotheke das BTM-Rezept laut Gesetz nicht mehr beliefern.

Damit das nicht passiert und Ihr Rezept rechtzeitig bei uns in der Apotheke ankommt, können Sie Ihr BTM-Rezept vorab bei MyCannabis.de online einreichen und bestellen.

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Wie erhalte ich eine BTM-Verschreibung?

Bei der Verschreibung von kontrollierten Substanzen muss Ihr Arzt, oder auch Facharzt, Ihnen ein entsprechendes BTM-Rezept ausstellen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt zu den Behandlungsmöglichkeiten mit Medizinischen Cannabis für Ihre Beschwerden beraten.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für Cannabis auf Rezept?

Seit 2017 ist es möglich, dass Ärzte ihren Patienten medizinisches Cannabis zulasten der Krankenkasse verschreiben können. Bevor die Krankenkasse die Kosten für Cannabis übernimmt, müssen Sie sich als Patient bzw. Patientin bei der Krankenkasse eine schriftliche Genehmigung einholen. Sollte Ihnen bereits eine Genehmigung zur Kostenübernahme von Medizinischen Cannabis vorliegen, legen Sie diese als Kopie Ihrer Bestellung bei MyCannabis bei.

Quellen:

Gesetze im Internet: Betäubungsmittelgesetz (BtMG)

https://www.gesetze-im-internet.de/btmvv_1998

 

Gesetze im Internet: Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung – BtMVV)

https://www.gesetze-im-internet.de/btmvv_1998

 

Deutsches Apotheken Portal: Das BTM-Rezept im Detail https://www.deutschesapothekenportal.de/wissen/btm/btm-rezept-formalien/

 

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Cannabis verordnen

https://www.kbv.de/html/cannabis-verordnen.php

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